Und das dicke Ende sollte erst noch kommen ...

Andreas K. hat seine neue Berufung gefunden

Wenn Andreas K. heute das BFW Schömberg besucht, dann weil er seine Wegbegleiter wiedertreffen und Teilnehmern mit seiner Geschichte Mut machen möchte. Seine Umschulung zum Industriemechaniker hat er schon 2011 beendet. Seitdem ist er bei einem weltweit agierender Hersteller von Sensoren beschäftigt und dort als Mitarbeiter schon lange nicht mehr wegzudenken. Es ist kaum vorstellbar, dass Herr K. vor einiger Zeit noch unter extremen Existenzängsten litt und vor den Scherben seines Berufslebens stand.

 

Der Anfang vom Ende seiner beruflichen Karriere als Blechner wurde ausgelöst, als er bei Dacharbeiten strauchelte und sieben Meter in die Tiefe stürzte. Mit Glück im Unglück brach er sich 'nur' einen Wirbel, erholte sich rasch und nahm seine Arbeit wieder auf. Nach diesem Schrecken rechnete niemand damit, dass das dicke Ende erst noch kommen sollte. Schließlich sorgten ein doppelter Bandscheibenvorfall und fünf Knieoperationen innerhalb kurzer Zeit dafür, dass Andreas K. seinem Beruf körperlich nicht mehr gewachsen war. „Für mich ist eine Welt zusammengebrochen, als klar wurde, dass ich meinen Job aufgeben muss. Damals hatte ich keine Ahnung, wie ich weiterhin mein Haus bezahlen oder meiner Familie etwas bieten können soll“, denkt er an die belastende Zeit zurück.

 

Aber Andreas K. rappelte sich wieder auf und sprach nach der langwierigen medizinischen Reha mit der DRV über die Möglichkeit der Umschulung. Nur wenige Wochen später reiste er zur Arbeitserprobung an. Sein einziges Ausschlusskriterium: „Bloß kein Job am Schreibtisch!“ Die Entscheidung für den Industriemechaniker war schnell gefallen – trotz der angeschlagenen Knie und des Rückens. In Absprache mit dem Arzt aus dem Assessment zeigte sich, dass Herr K. langfristig als Industriemechaniker im Bereich Feingerätebau arbeiten kann, sofern er einen Arbeitsplatz findet, der einen Wechsel zwischen Tätigkeiten in der Werkhalle und dem Büro erlaubt. Begeistert darüber, beruflich endlich wieder vorwärts zu kommen, startete er in die Reha-Vorbereitung und anschließend in die Umschulung. Heute sagt er glücklich: „Früher war ich mit Leib und Seele Blechner, heute bin ich mit Leib und Seele Industriemechaniker!“

 

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Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft - vielmehr aus unbeugsamen Willen (Ghandi)

Linda W. gab nicht auf und wurde mit einer Vollzeitstelle belohnt

Als Linda W. im Jahr 2011 die Diagnose Multiple Sklerose (MS) erhielt, geriet ihr Leben aus den Fugen. Nach dem ersten Schock musste sie sich mit vielen elementaren Fragen auseinandersetzen. Nur zwei davon waren: Wie wird es gesundheitlich weitergehen und welche Auswirkung hat MS auf den Beruf? Zu diesem Zeitpunkt wusste sie noch nicht, mit wie viel Willensstärke sie der tückischen Krankheit einmal gegenübertreten würde.

 

Von Beginn an war klar, dass Frau W. zukünftig nicht mehr als Bestückerin arbeiten kann. Die damals erst 39-Jährige stand vor der Wahl – Rente oder Umschulung. „Allein der Gedanke, den ganzen Tag herumzusitzen, hat mich wahnsinnig gemacht!“, begründet sie ihre Entscheidung für die Umschulung zur Bürokauffrau. Knapp ein Jahr später rückte der Berufsabschluss jedoch wieder in weite Ferne.

 

Linda W. erlitt gleichzeitig einen Schlaganfall und einen starken MS-Schub. Nach diesem Rückschlag bauten sie vor allem Familie und Freunde wieder auf und motivierten sie, durchzuhalten. „So kurz vor dem Ziel wollte ich nicht mehr aufgeben. Ich bin froh, dass mir die Ausbilder individuelle Lernzeiten eingeräumt haben. So konnte ich mich zurückziehen, wenn ich eine Pause brauchte. Auch meine Reha- und Integrationsmanagerin und mein Psychologe haben mich in vielen Gesprächen bestärkt, weiterzumachen. Ohne deren Unterstützung und den Rückhalt meiner Familie hätte ich wahrscheinlich hingeschmissen“, spricht sie über die harte Zeit.

 

Diese Willensstärke zahlte sich aus. Mit nur zwei Bewerbungen fand Linda W. einen Praktikumsplatz und überzeugte in der Firma auf ganzer Linie. Die Bedenken, schon im Bewerbungsgespräch wegen ihrer Krankheit abgestempelt zu werden, waren unbegründet. Am Ende des Praktikums bot man ihr sogar an, das Unternehmen auf Minijob-Basis weiterhin zu unterstützen. Überglücklich sagte Frau W. zu und konnte es fast nicht glauben, als ihr Vorgesetzter ihr nur wenige Wochen später eine Vollzeitstelle anbot.

 

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Den Mutigen gehört die Welt

Zwischen PC und Sportgeräten fühlt sich Udo S. am wohlsten

"Ich möchte etwas mit Sport machen": Mit diesem Wunsch kam Udo S. zum Erstgespräch für RehaStep. Plan B war, sich um eine Arbeitsstelle im Bereich der Arbeitsvorbereitung zu bemühen. Da der vermeintliche einfachere Weg nicht zwangsläufig auch zufrieden macht, entschied sich Herr S., seinen Traum in die Tat umzusetzen.

 

Mit seinem RehaStep-Coach überlegte er intensiv, bei welchen Tätigkeiten er sich auch mit seiner Querschnittslähmung voll einbringen kann und welche Anlaufstellen es im Sport gibt. Aufgrund der Partnerschaft zum BFW war der Olympiastützpunkt (OSP) Stuttgart die erste Idee. Mit viel Elan richtete er seine Bewerbungsunterlagen neu aus, setzte sich ins Auto und brachte sie kurzerhand persönlich vorbei. „Mehr als Nein sagen konnten sie ja nicht“, erzählt Herr S. strahlend.

 

Sein Mut machte sich bezahlt, denn der OSP brauchte für sein neu eröffnetes Kraft Kompetenz Center einen sportbegeisterten Mitarbeiter
mit Händchen für Zahlen und Zusammenhänge. Binnen weniger Wochen konnte Udo S. sein Praktikum beginnen. Er fand sich schnell mit den neuen Thematiken zurecht, arbeitete den Sportwissenschaftlern zu und entwickelte Lösungsansätze für eine effizientere Datenauswertung. Damit sicherte er sich einen festen Platz im Mitarbeiterkader des Olympiastützpunktes. Es gab nur noch eine letzte Hürde zu nehmen: Herr S. benötigte Schulungen für die Videosoftware Dartfish und verschiedene EDV-Makros.

 

Begeistert von der Übernahmeabsicht des Olympiastützpunktes zögerte sein RehaStep-Coach nicht lange und veranlasste die Schulungen. Von Seiten des BFW in Stuttgart hatte Herr S. für diese großartige Jobchance die volle Rückendeckung. „Ich hätte nicht gedacht, nach meiner Querschnittslähmung und einem Bandscheibenvorfall wieder so erfolgreich im Arbeitsleben anzukommen. Für mich ist mit dieser Stelle ein Traum in Erfüllung gegangen und RehaStep hat mir dabei geholfen“, zieht er sein Fazit.

 

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Ein steiniger Weg bis zum Erfolg

Stolz präsentiert Gottlieb L. sein Abschlusszeugnis nach der IHK-Bestenehrung

Bei der IHK-Bestenehrung strahlte Gottlieb L. mit 119 weiteren Absolventen um die Wette. Er wurde für seine hervorragende Leistung bei der Abschlussprüfung zum Industrieelektriker ausgezeichnet – mit 52 Jahren ein ganz besonderer Moment. „Ich wollte endlich wieder einen Facharbeiterbrief, der gilt“, beschreibt Herr L. seine hohe Einsatzbereitschaft für die Ausbildung im BFW Schömberg.

 

Doch bis zur Bestenehrung war es für ihn ein steiniger Weg. Seine Ausbildung als Landmaschinenschlosser, die er in der ehemaligen Sowjetunion absolvierte, wurde in Deutschland nicht anerkannt. Deshalb verdiente Herr L. seinen Lebensunterhalt als angelernter Lackierer. Nach der jahrelangen Arbeit mit Farben und Lacken kämpfte er immer häufiger mit Atembeschwerden und Schwindelanfällen. Ein Sprunggelenksbruch gab den endgültigen Ausschlag für die Suche nach beruflichen Alternativen.

 

Das Ergebnis der Arbeitserprobung zeigte, dass Herr L. als Industrieelektriker gut geeignet wäre. Aus Angst, der Belastung nicht gewachsen zu sein, lehnte er die Umschulung jedoch ab. Mit RehaStep unternahm er den Versuch, direkt ins Arbeitsleben zurückzufinden. Als nach einem mehrwöchigen Praktikum kein Arbeitsvertrag folgte, stand er wieder vor der Frage, wie es beruflich weitergeht. Er beriet sich erneut mit seinem Rehaberater und entschied, mit der Weiterbildung zum Produktionshelfer zu beginnen und bei guter Leistung zum Industrieelektriker zu wechseln – das Stufenmodell erwies sich als der richtige Weg für ihn.

 

Bei der Praktikumssuche musste Herr L. die letzten Steine zur Seite räumen. Firmen lehnten ihn als Mitarbeiter ab, oftmals mit der Begründung, er sei zu alt. Mit intensiver Unterstützung der Reha-Ausbilder und viel gemeinsamer Überzeugungsarbeit erklärte sich eine Firma dazu bereit, Herrn L. eine Chance zu geben. Das Praktikum war schließlich der Schlüssel zum Erfolg, er bekam einen festen Arbeitsvertrag. Herr L. hat mit seinen 52 Jahren auf ganzer Linie überzeugt.

 

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Paradebeispiel für langfristige Integration

Stefan D. steht seit über 12 Jahren für Qualität in seiner Firma

12 Jahre ist es her, dass Stefan D. seine Ausbildung zum Qualitätsfachmann im BFW Schömberg beendete. Ein Arbeitsunfall, der zwei kaputte Knie zur Folge hatte, zwang den ehemaligen Heizungsbauer, sich beruflich neu zu erfinden.

 

Seine Berufsgenossenschaft zögerte nicht lange und stellte ihm eine Umschulung in Aussicht. Zurück auf den Bau war keine Option, also informierte sich Herr D. nach seiner Freistellung bei der Fischer Group, für welche Abteilungen denn Personal gesucht würde. In der Qualitätssicherung gab es Bedarf an einem Messtechniker – damit waren die Weichen zur Umschulung gestellt. Da es in der Industrie schwierig war, gut ausgebildete Messtechniker zu finden, ließ sich die Firma auf die zweijährige Wartezeit ein. „Ich konnte voller Selbstbewusstsein im BFW starten, denn ich habe von Anfang an gewusst, dass es bei mir nach dem Abschluss weitergeht“, erinnert sich Stefan D.

 

Nach seinem Abschluss baute er bei der Fischer Group die Qualitätssicherung mit auf. Als Qualitätsprofi schreibt er heute Messprogramme für die regelmäßige Kontrolle der laufenden Produktion und erstellt Erstmusterprüfberichte für den Abgleich von Prototypen mit den gegebenen Kundenanforderungen. Über zu wenig Arbeit kann er sich nicht beklagen, sein Verantwortungsbereich wächst stetig.

Wird im Qualitätswesen deshalb Verstärkung gebraucht, greift das Unternehmen gerne auf Absolventen des BFW Schömberg zurück. Mittlerweile arbeiten fünf ehemalige BFWler bei der Fischer Group in der Qualitätssicherung. Auch für Praktikanten steht die Firmentür offen: „Praktikanten halten uns ja nicht auf und wenn wir zufällig noch jemanden suchen, ist das der perfekte Anlass, neue Mitarbeiter auszuprobieren.“

 

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Wie am Schnürchen

Daniel V. strahlt an seinem neuen Arbeitsplatz

„Ich hätte niemals gedacht, dass es so gut laufen würde – mit IT hatte ich bis zur Umschulung eigentlich nicht viel zu tun“, denkt Daniel V. an die Anfangszeit seiner Ausbildung im BFW Schömberg zurück. Erst vor kurzem, im Sommer 2014, schloss er seine Umschulung erfolgreich ab.

 

Nach einer Arbeitserprobung hatte er sich für den Beruf des Fachinformatikers Fachrichtung Systemintegration entschieden. Die ausgewogene Mischung aus Theorie und Anwendung überzeugte ihn. Dennoch bedeutete die Umschulung auch eine große Umstellung. „Geistig wurden wir in der Ausbildung ganz schön gefordert. Der Schritt vom körperlichen Schaffen zur Kopfarbeit war eine ziemliche Hürde für mich“, berichtet Herr V. von seiner Erfahrung. Doch der Berufswechsel war unvermeidbar. Nach 20 Jahren als Maurer auf dem Bau waren seine Bandscheiben schwer in Mitleidenschaft gezogen und der Rücken nicht länger belastbar.

 

In den ersten Wochen spielte sich der neue Tagesablauf langsam ein und die Ausbildungsgruppe wuchs zusammen. Von da an lief es für Herrn V. wie am Schnürchen. Er fand schnell einen Praktikumsplatz und zeigte in der Firma vollen Einsatz. „Ich hab im BFW viel gelernt, mit der Ausbildung dort war eine gute Grundlage geschaffen. Aber der Einstieg ins Unternehmen war trotzdem schwierig, die Themen sind dort viel spezieller“, beschreibt er den Übergang von der Theorie in die Praxis.

 

Hoch motiviert arbeitete er sich in die neue IT-Landschaft ein und bewarb sich am Ende seines Praktikums selbstbewusst auf eine ausgeschriebene Stelle. Die bekam er auch. Seine jetzige Aufgabe ist es, die Webanwendung SharePoint zu betreuen. Herr V. pflegt Dokumente, erstellt Workflows und automatisiert Prozesse. Die Arbeit macht ihm Spaß und er hat in seiner Firma viele Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.

 

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